Unser erklärtes Ziel ist es, in absehbarer Zeit innerhalb der Schweiz eine eidgenössische Anerkennung für die Heileurythmie unter dem Titel KomplementärTherapie zu erreichen.
Der vom HEBV-CH dafür eingeschlagene Weg sieht folgendermassen aus:
Im Herbst 2007 stellte der HEBV-CH den Antrag auf Mitgliedschaft im Dachverband Xund. Dieser erarbeitet gemeinsam mit der dafür ins Leben gerufenen OdA KTTC (Organisation der Arbeitswelt KomplementärTherapie / TherapieComplementaire) und dem BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie) das neuen Berufsbild der Komplementärtherpien. Seit dem Januar 2008 ist der HEBV-CH aktives Mitlgied beim Dachverband Xund (Dv Xund).
Im Februar 2009 wurde die Heileurythmie als Methode innerhalb des Dachverband Xund durch die Methodenindentifikation definitiv anerkannt .
Am 17. Mai 2009 hat das Schweizer Volk im Rahmen der Initiative „Zukunft mit Komplementärmedizin“ mit 67% der Wählerstimmen quer durch alle Kantone der Vorlage zugestimmt, die Komplementärmedizin künftig in der Schweizer Bundesverfassung zu verankern.
Seit die Berufe innerhalb der Schweiz eidgenössisch (seit 2004 nicht mehr nur kantonal) geregelt werden, geschieht dies über die OdA's (Organisationen der Arbeitswelt). Die OdA KTTC (als Kontaktorgan des Dachverbandes Xund zum Bundesamt für Berufsbildung und Technologie / BBT) regelt die Berufe der KomplementärTherapie zu Handen des BBT. Sie hat die Passerelle „KomplementärTherapie“ als gesamtschweizerische Branchenprüfung bestimmt und verantwortet ihre Lobbyierung.
Durch das Abstimmungsergebnis vom 17. Mai 2009 wurde der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) verhängte Verhandlungs-Stopp zwischen der OdA KTTC und dem BBT aufgehoben. Ein erstes strategisches Treffen fand bereits im Juni statt. Als Nächstes können nun die Reglemente überarbeitet und die Anschubsfinanzierung eingereicht werden. Ziel ist die Bewilligung einer eidgenössisch anerkannten Höheren Fachprüfung (HFP).
Bis es zur Annahme der Reglemente durch das BBT kommen wird, rechnet man mit 1-2 Jahren.
Die erste Höhere Fachprüfung „KomplementärTherapeut/in“ wird voraussichtlich ein Jahr später möglich werden.
Die Mitgestaltung an diesem Berufsbildungprozess stellt für den HEBV-CH eine grosse Chance dar. Sie ermöglicht uns:
- der Heileurythmie innerhalb der Komplementärtherapien in der Öffentlichkeit ihren Platz zu verschaffen
- und dadurch für die Heileurythmie als Beruf erstmalig in einem Land eine öffentliche Anerkennung und Akzeptanz zu erwirken
- sowie mit dazu beizutragen, dass dem durch die Abstimmung am 17. Mai von der Bevölkerung artikulierte Wunsch nach einem ganzheitlichen medizinischen Angebot in der Schweiz der Boden bereitet wird
In diesem Zusammenhang ist ein Schweizer Dachverband für Komplementärmedizin mit Ärzten, Therapeuten, Herstellern und Fachhandel von komplementärmedizinischen Heilmitteln am Entstehen.
Stufen zur eidgenössischen Berufsanerkennung
Prüfungsverfahren für eine schweizerisches Branchendiplom
Der Dachverband Xund hat zusammen mit der OdA KTTC ein Prüfungsverfahren für ein schweizer Branchendiplom ausgearbeitet.
Dieses stellt zunächst die Zulassungsberechtigung für die ins Auge gefasste Höhere Fachprüfung (HFP) dar. Es trägt den Namen „Passerellen-Kurs“ und stellt ein Brückenglied dar zwischen den bereits tätigen Heileurythmisten und denjenigen, die in Zukunft die Methodenausbildung Heileurythmie abschliessen werden. Wer sich dieser Prüfung unterzieht und sie besteht, ist berechtigt, den Titel „KomplementärtherapeutIn OdA KTTC / Methode Heileurythmie“ zu tragen.
Zusammenarbeit mit den methodenspezifischen Ausbildungsstätten
Parallel dazu wurden vom DvXund Ausbildungsmodule erarbeitet, welche den künftigen Absolventen einer komplementärtherapeutischen Fachrichtung den direkten Zugang zur Höheren Fachprüfung ermöglichen werden. Entsprechende Informationsgespräche mit den einzelnen Ausbildungsstätten finden statt.
Qualitätssicherung gegenüber den Leistungserbringern
Die OdA KT bemüht sich darum, dass das Branchendiplom KomplementärTherapie bei den Krankenkassen als Qualifikationsnachweis Akzeptanz findet. Erste Gespräche fanden Anfang Juni statt, die Krankenkassen zeigten grosses Interesse daran und weitere Gespräche werden im Herbst folgen.
Die Höhere Fachprüfung
selbst ist ein Validierungsverfahren und entspricht innerhalb der Bildungslandschaft der Schweiz einer Meisterprüfung.
Mit Bestehen dieser Prüfung hat sich der einzelne Heileurythmist das Recht erworben, den Titel „eidgenössisch diplomierter KomplementärTherapeut/in KTTC“ zu tragen.
Weitere aktuelle Informationen sowie Kursangebote finden Sie unter
www.xund.ch
www.komplementaer.org
Neben der Realisierung einer Berufsanerkennung sind unsere weiteren Ziele:
- im Bereich der Bewegungstherapien Profilierung der Heileurythmie als eine der Methoden der Komplementärtherapien
- Fortlaufende Entwicklung und Überprüfung von Qualitätsstandarts
- Stärkung der Methodenkompetenz durch Zusammenarbeit mit den entsprechenden Weiterbildungsanbietern im Sinne einer Ausdifferenzierung der Kompetenzen entsprechend den Bedürfnissen innerhalb der einzelnen Praxisfelder
- Stärkung der methodenübergreifenden Kompetenzen durch das Weiterbildungs-Angebot des Dachverbandes für Komplementärtherapie
Für diese Ziele pflegen wir die Zusammenarbeit mit
- der Heileurythmie-Ausbildung
- den Ärzten der Anthroposophischen Medizin (als eine der fünf anerkannten Richtungen der Komplementärmedizin) bezüglich der Weiterentwicklung der Methode Heileurythmie
- den Qualitätssicherungsorganen (EMR, ASCA,...)
- dem Netzwerk / Forum Heileurythnmie als Vertretungsorgan der Heileurythmie innerhalb der international ausgerichteten Medizinischen Sektion am Goetheanum
Letzte Aktualisierung: 27.06.2010